Medizinischer Fahrradsattel

Der medizinische Fahrradsattel sollte das Problem lösen, dass der größte Teil des Gewichtes beim Radfahren auf dem vorderen Teil des Sattels ruht. Dadurch entsteht ein starker Druck auf Nerven und Blutgefäße in der Dammregion, der zu Taubheitsgefühlen und Schmerzen führen kann. Selbst Probleme mit der Prostata sind schon mit unpassenden Sätteln in Vebindung gebracht worden.

Kein medizinischer Ratgeber oder Lexikon beschäftigt sich mit Fahrradsätteln, dennoch nahmen sich die Mediziner dieses Problems an und entwickelten ein ergonomisches Design. So hat die Firma SQ- lab, die neben Fahrradzubehör auch Radsportsättel herstellt, einen med. Fahrradsattel ohne Sattelnase auf den Markt gebracht. Der med. Sattel ist rund und hat zwei voneinander getrennte Sitzflächen, wobei diese beweglich gelagert sind und der Abstand eingestellt werden kann. So kann der Sattel individuell dem Fahrradfahrer angepasst werden um ein hohes Maß an Bequemlichkeit zu erreichen. Die Gewichtsverteilung liegt dann etwa zu 20% auf dem Dammbereich und zu 80% auf den Sitzknochen. Allerdings ist dieser Sattel nur für Räder mit aufrechter Sitzposition geeignet, also bspw. nicht für Rennräder oder Mountainbikes. Zudem ist es bei den runden Sätteln weitaus schwieriger bei Kurvenfahrten die Kontrolle über das Rad zu behalten.

Im Rennsportbereich bei den Fahrradsätteln für Herren hat man bei vielen Modellen den Hinweisen der Mediziner Rechnung getragen und auf das Ventilationskanal- System, das eigentlich Damensättel entwickelt wurde, zurückgegriffen. Spezielle Sättel für kleine Kinder sind nicht entwickelt worden, da das geringere Körpergewicht zu wenig Druck in den Problemzonen erzeugt um zu Beeinträchtigungen zu führen.

Im Reha- Bereich, z.B. beim Einsatz von Rollentrainern oder Ergometern kann ein medizinischer Fahrradsattel gute Dienste leisten, da auch das Gleichgewichtsproblem in Kurvenlage entfällt.

31.07.2010
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